Archäologen der Universität Basel haben bei Ausgrabungen im Stadtcasino von 2016 bis 2017 154 Leichname entdeckt, die die verheerenden Auswirkungen der Pest im 17. Jahrhundert dokumentieren. In engem Zusammenhang mit einer ehemaligen Anstalt für Bedürftige zeigt diese Fundstätte, wie eng Tote im Almosenfriedhof beieinander lagen, was die Vermutung katastrophaler Seuchenereignisse nahelegt. Professorin Laura Rindlisbacher und ihr Team konnten durch die Analyse von Knochen und Zähnen wichtige Lebensgeschichten enthüllen, die von Mangelernährung und harter Arbeit geprägt waren. Besonders betroffen waren Jugendliche, deren Durchschnittsalter bei den letztgestorbenen Pestopfern nur 17,7 Jahre betrug.

Die bahnbrechenden Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Antiquity, belegen nicht nur die genetische Evidenz des Pesterregers Yersinia pestis bei fünf Bestattungen, sondern werfen auch ein Schlaglicht auf die soziale Ungleichheit der damaligen Zeit. Rindlisbacher weist darauf hin, dass Maßnahmen gegen die Pest, wie Marktschließungen, besonders arme Menschen ohne soziale Netzwerke hart trafen. Der Hunger und die schlechten hygienischen Bedingungen in den überfüllten Wohnverhältnissen führten dazu, dass die Pest vor allem die sozial Schwächeren der Gesellschaft heimsuchte.